• Jutta Heupel

Warum ich Work Life Integration gefährlich empfinde



Leben wir für die Arbeit oder arbeiten wir um zu leben? Stellt sich eigentlich noch jemand diese Frage?


Ich lese sehr viel im Netz von der Work Life Integration. Und je mehr ich mich darüber informiere, desto mehr bekomme ich ein flaues Gefühl in meinem Bauch.


Denn ich empfinde sie als gefährlich. Job und Privates integrieren? Ist das gesund?


Die Vermischung von unserem Job mit dem Privaten

Seit der Pandemie hat es uns ganz schön erwischt: Home Office hat uns dahin gebracht, dass wir das private mit unserer Arbeit vermischen.


Es ist normal am Wochenende zu arbeiten. Dafür fahren wir in der Woche ins Grüne und picknicken.


Ist es denn wirklich so? Oder ist es nicht so, dass wir Sonntagsvormittags noch 2h am PC rumdaddeln? Anschließend noch mit den Kids rausgehen, bis die Frau im Hause das Essen hergerichtet hat? Nachmittags trifft man Freunde … naja und abends dann noch mal schnell an den PC. Ist doch nicht so schlimm.


Schaltet dein Kopf ab? Hej … sei ehrlich zu dir. Er macht es nicht, richtig?


Genau er schaltet nicht ab. Die Rädchen in deinem Gehirn drehen und verzahnen sich unermüdlich. Selbst wenn du dir sagst: “Ich manage das alles ganz easy!” Ja … das sagst du dir.


Kopf und Körper sind miteinander verzahnt. Deswegen ist es auch ein Fakt, dass du erst nach 1 Woche Urlaub beginnst dich wirklich zu erholen. Nicht in 2 Tagen und auch nicht in 4 oder 5. Das sind kleine Auszeiten, nur eine Erholung ist es nicht.


"Die meisten von uns verbringen zu viel Zeit mit dem, was dringend ist, und zu wenig Zeit mit dem, was wichtig ist." (Stephen R. Covey)


Arbeit und Privates trennen ist Old School

Der klassische 9 to 5 Job war gestern und heute ist Work Life Integration angesagt.


Stimmt und das ist auch ja auch ok. Wenn es nur nicht so wäre, dass viele es nicht mehr trennen können. Und es sich so sehr vermischt, dass keine Grenzen mehr gezogen werden.


Das Wort Wochenende heißt nicht umsonst so: Es ist das Ende der Woche. Sprich … nimm dir dieses Ende als Zeit für dich und deine Family oder Freunde. Denn während der Woche bist du doch bestimmt in deinem Business Struggle.

Oder möchtest du auch am Wochenende mit deinen Kids über dein Business sprechen? Das interessiert sie nicht die Bohne. Deine Kids wollen den Papa oder die Mama 100% und nicht 40 oder 50%. Das Gleiche gilt für deinen PartnerIn oder Eltern.


Es mag vielleicht Old School sein. Allerdings hilft es dir deine Work Life Balance aufrecht zu erhalten. Und die wiederum, wenn du sie gut pflegst, dich davor zu bewahren ins Burnout abzugleiten.


Work Life Integration kann nicht gutgehen, wenn …

… du denkst, dass es alles easy zu schaffen ist.


Es ist aber nicht alles easy als Selbstständige*r. Und auch nicht, wenn du als Führungskraft arbeitest.


Strukturiertes planen kann dich da sehr gut unterstützen. Aufgaben, die du nicht so gerne machst … outsourcen ist da das Zauberwort. Suche dir jemand, der dich bei solchen Aufgaben unterstützt. Und nutzte die freie Zeit dann. Setze Prioritäten: Was ist wirklich wichtig und was nicht. Warum kann das warten und das andere eher nicht? Stelle dir diese Fragen. Reflektiere warum du was und wann machst. Du darfst deine Arbeitsmethoden hinterfragen.


Warum das ganze? Nur wenn du hinterfragst und reflektierst, was deine Arbeit betrifft … nur dann kannst du deine Work Life Balance halten und pflegen.


Ok es gibt die Work Life Integration. Nur ist sie sehr gefährlich!

Deswegen halte ich die Work Life Balance für wesentlich gesünder und nachhaltiger.


Work Life Balance

Was eigentlich mit der WLB gemeint ist, bedeutet nicht, dass es 50% Job und 50% Privatleben ist. Das gestaltet sich ja bei jedem Menschen anders.


Bedingt dadurch, ob du Familie hast oder nicht. Oder hast du Hobbies die dir viel Zeit nehmen? Usw. usw.


Work Life Balance kann durchaus 60% Job und 40% Privatleben sein. Oder aber 40% - 60%, 70%-30% (wobei das schon sehr grenzwertig ist). Wichtig ist doch, dass du die Balance hältst und es dir dabei gut geht.


Ich komme zurück zu dem Satz: Ich arbeite um zu leben!


Unser privates Leben ist wichtig. Denn dort tanken wir unsere Energie auf. Die wir doch letztendlich für unseren Job brauchen.


Wenn du für deinen Job brennst, sollte es für dich von noch größerem Interesse sein deine WLB zu pflegen.


Fazit: Die Kombination Work Life Integration ist der größte Nonsens den ich je gehört habe und du tust dir absolut keinen Gefallen ihn zu praktizieren. Im Gegenteil!


- Make the Work a Better Place. -


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