• Jutta Heupel

Gib den Freelance eine Lobby und nenne sie Freelance:r



Als ich noch in Deutschland lebte habe ich mir nie Gedanken über den Status eines Freiberuflers oder Freelancer gemacht. Das war auch absolut nicht notwendig, weil ich im Einzelhandel gearbeitet habe und somit keinen Kontakt zu ihnen hatte. Das erste Mal kam ich mit ihnen in Italien in Kontakt. Hier ist es seit vielen Jahren normal, als Freelance bzw. Libero professionista zu arbeiten.


Stellst du den deutschen freien Mitarbeitern mehrere und direktere Fragen, bekommst du teilweise ganz unterschiedliche Antworten. Ich habe dann etwas ausführlicher recherchiert und wie ich darüber denke, dass kannst du jetzt hier lesen.



Die verkappten Freelancer

In Deutschland gibt es offiziell keine Freelancer. Man spricht zwar von ihnen, aber in der Regel nennen sie sich selber Selbstständige.


Und das war bisher ein Fakt, was mich sehr irritiert hat. Denn für mich waren bis dato selbstständige Unternehmer. Eben Menschen die ein Unternehmen gegründet haben. Ganz gleich ob es ein Einzelunternehmen, eine GbR oder eine Kapitalgesellschaft (UG, GmbH) ist.


In Deutschland gibt es den rechtlichen Status des Freelancers nicht. Man spricht vom Selbstständigen Erwerbstätigen. Ein Erwerbstätiger, der oder die Gewerbesteuern zahlt. Das allein ist schon ein Skandal an sich. Denn wie kann es sein, dass ein Erwerbstätiger Gewerbesteuern zahlen muss, wenn es keinen Handel gibt?


Ist eine Beratung ein Handel? Die meisten Freelancer arbeiten als Consultant und betreiben in keinster Weise ein Gewerbe, geschweige denn einen Handel. Und er darf auch keine Mitarbeiter einstellen, wie im Gegensatz der Freiberufler der keine Gewerbesteuern zahlt. Jedoch ein Miniunternehmen mit seiner Anwaltskanzlei oder Arztpraxis hat.


Was ist denn eigentlich genau ein Freelancer?

Ein Freelancer ist wie oben schon erwähnt ein selbstständiger Erwerbstätiger. Dadurch, dass Freelancer ihre Steuern selber bezahlen und selbstbestimmt arbeiten, hat er/sie nicht die Rolle eines festangestellten Mitarbeiters.


In der Regel arbeitet der Freelancer Remote oder aber auch in Präsenz. Was natürlich auch von der Art der Arbeit abhängt. Er kann auch die Arbeitszeiten selbst bestimmen wie auch seine eigenen Regeln seiner Arbeit.


Ein Freelancer trägt dafür Sorge, dass er sich weiterbildet. Umso seinen Kunden einen optimalen Service zu bieten.



Was ist mit der Lobby der Freelancer?

Die Freien Mitarbeiter in Deutschland und Österreich nennen sich selber Selbstständige. Weil offiziell sie den Status selbstständige Erwerbstätige halten. Und da die Masse es eben so hält, hinterfragen die wenigsten diesen Status.


Solange sie allerdings so genannt werden, bekommen sie auch nicht den Raum oder eben Lobby die ihnen gebührt. Denn sie werden mit all den anderen Unternehmern in einen Topf geworfen.


In vielen anderen Ländern, allen voran die USA, gibt es Freelance Business Communities, Freelance Networks oder auch Freelance Camps. In Italien gibt es inzwischen eine Freelance Network Italia gegründet 2019 von Barbara Reverberi. In diesem Artikel wurden die italienischen Freelancer von der Zeitschrift Forbes interviewt. In Belgien gibt es die Freelance Business Community gegründet von Elina Jutelyte.


Global gesehen haben Freelancer eine relativ gute Lobby. Wobei da sicher noch viel mehr Luft nach oben ist. Leider sieht das im DACH Raum noch nicht so optimal aus und es noch jede Menge zu tun gibt.



Fazit: Ich möchte den Status des Freelancers in Deutschland verbessern und ihnen tatsächlich eine Lobby geben. Wo sie mehr Sichtbarkeit und Unterstützung bekommen. Und global mit anderen Freelancer interagieren können.


Und für mich ein Grund mehr damit zu beginnen. Solltest du Interesse haben, spreche mich gerne darauf an. Die Kontaktdetails findest du hier auf der Website.

15 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen